Meine Deutschlerngeschichte

2001 war ich in der 9. Klasse. An meiner High School hat es nur eine Option für Schüler, die eine Fremdsprache lernen wollen, gegeben; Deutsch. Spanisch wurde in meiner Schule nicht unterrichtet. Ich bin jeden Tag dafür dankbar, dass ich Deutsch lernen musste. Sonst hätte ich nicht an unserem kurzfristigen Austauschprogramm teilgenommen. Dann hätte ich an der Uni nicht weiter Deutsch gelernt. Vielleicht würde ich Chemie unterrichten. Ich weiß nicht, wie anders mein Leben verlaufen wäre, wenn ich kein Deutsch gelernt hätte, aber heute erzähle ich dir warum, wie, wo und wie lange ich Deutsch gelernt habe. Das ist meine Deutschlerngeschichte. 

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an der High School

Wie gesagt, an meiner High School hat es nur Deutsch als Fremdsprache gegeben. Kein Spanisch. Kein Französisch. Nur Deutsch. Man konnte keine Fremdsprache in der 9. Klasse lernen. Man musste zuerst warten, bis man in der 10. Klasse war. Es hat zwei Optionen gegeben. Man konnte entweder Deutsch oder Kunst lernen. Ich kann kaum schreiben. Meine Handschrift sieht schrecklich aus und wenn ich etwas zeichne oder male sieht es schlimmer als meine Handschrift aus. Ich habe mich für Deutsch entschieden. 

In der 10. Klasse habe ich mit Deutsch angefangen. Frau Doktor Christiane Eydt-Beebe war meine Deutschlehrerin. Ich erinnere mich nicht mehr an die Unterrichtsstunden oder wie oder was wir gelernt haben. Ich erinnere mich nur daran, dass es Spaß gemacht hat, in diesem Klassenzimmer zu sein. Ich habe die deutsche Sprache interessant gefunden. Und es hat auch Spaß gemacht, wenn ich etwas zu Hause sagen konnte, dass meine Eltern nicht verstanden haben. 

German American Partnership Program

In dieser Schule hat es auch ein ganz besonderes Programm gegeben. Es heißt GAPP, German American Partnership Program. Alle zwei Jahre hatten wir Besuch von Austauschschülern aus einem Gymnasium in Deutschland. Dann im Sommer haben die amerikanischen Schüler ihre Austauschpartner in Deutschland besucht. 

Als ich in der 11. Klasse war, habe ich an diesem Programm teilgenommen. Für zwei Wochen war ich Gastgeber für einen Jungen aus Breitungen, einer kleinen Stadt in der Nähe von Erfurt in Thüringen. Er hat an meinen Klassen teilgenommen. Wir haben ein bisschen miteinander Deutsch gesprochen. Die ganze Gruppe hat ein paar Ausflüge gemacht. Wir haben Cahokia Mounds in der Nähe von St. Louis und die Amischen in der Nähe von Arcola, Illinois besucht. Es hat sehr viel Spaß gemacht. 

Im Sommer zwischen der 11. und 12. Klasse bin ich mit dieser Gruppe nach Deutschland gereist. Wir haben zwei Wochen mit unseren deutschen Partnerschülern verbracht. Wir haben ihre Schule und viele Sehenswürdigkeiten in der Nähe besucht. An einem besonderen Wochenende sind wir nach Berlin gereist. Wir haben ein paar Tage dort verbracht. Die Rundfahrt mit dem Bus war zu schnell und wir konnten gar nichts sehen. Der Reiseführer hat gar nichts gesagt, als wir an Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren sind. 

Nach den zwei Wochen bei unserer Partnerschule haben wir von unseren Freunden Abschied genommen. Die anderen amerikanischen Schüler und ich sind nach Wiesbaden gereist. Dort haben wir in einer Jugendherberge übernachtet. Wir haben eine Schifffahrt auf dem Rhein gemacht, die Loreley gesehen und das Deutsche Eck besucht. 

an der Uni

Ein Jahr später habe ich meinen Abschluss an der High School gemacht und angefangen an der Eastern Illinois University zu studieren. Ich habe gute Noten in Chemie in der Schule bekommen und habe gedacht, ich wollte Chemielehrer werden. Deshalb habe ich einen Chemiekurs genommen. Ich wollte auch etwas mehr Deutsch lernen, weshalb ich einen Deutschkurs genommen habe. Am Ende meines ersten Jahres an der Uni hatte ich gute Noten in Deutsch und mittelmäßige Noten in Chemie. Ich habe mein Hauptfach geändert und mehr Deutsch gelernt. 

Ich habe viel von meinen Kursen an der Uni gelernt. Zuerst war ich in einer Deutschklasse für Studenten im zweiten Jahr, denn ich habe schon drei Jahre Deutsch an der High School gelernt. Aber in der ersten Woche hat die Professorin mir gesagt, dass ich wahrscheinlich nicht für diese Klasse geeignet bin, denn ich konnte schon besseres Deutsch sprechen als die anderen Studenten in der Klasse. Sie hat mir empfohlen, einen Kurs auf einem höheren Niveau zu nehmen. 

Da ich im ersten Jahr an der Uni schon Kurse vom dritten Jahr genommen habe, konnte ich in vielen besonderen Kursen lernen. Mein Lieblingskurs war ein deutscher Filmkurs. Einmal die Woche haben wir einen Film gesehen. Später in der Woche haben wir den Film diskutiert und einen Aufsatz über den Film geschrieben. Wir haben sehr alte Filme gesehen und auch ganz neue Filme. Wir haben Teile von “Die Nibelungen” von 1924 gesehen und den ganzen Film vom selben Namen von 1966. Andere Filme sind unter anderem: M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Bandits, Stalingrad, Hui Buh, Urmel aus dem Eis, Die Brücke, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Good-bye Lenin, Sissi, Die junge Kaiserin und Lissi und der wilde Kaiser.

außerhalb der Uni

Obwohl ich viel von meinen Kursen an der Uni gelernt habe, habe ich viel mehr von unserem Stammtisch gelernt. Jede Woche sind Deutschsprecher aus der Gegend zu einem Café in der Stadt gegangen. Dort haben wir Deutsch gesprochen. Manchmal dreißig Minuten. Manchmal drei Stunden. Es waren Professoren, Studenten und Muttersprachler aus der Gegend dabei. Wir haben über die Uni, Politik, Klimawandel oder was auch immer im Kopf herumspukte gesprochen. Stammtisch war der beste Teil meiner Zeit an der Uni. 

Während ich an der Uni studiert habe, habe ich immer noch bei meinen Eltern gewohnt. Meine Familie war 2007 Gastgeber für ein Mädchen aus Hannover. Wir haben auch oft miteinander auf Deutsch gesprochen. Sie war ein Jahr lang bei uns. 

Nach vier Jahren habe ich meinen Abschluss an der Uni gemacht. Ein paar Monate vor meinem Abschluss hatte die Uni eine Jobbörse. Eine Frau vom Edwardsville Schulamtsbezirk hat mich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein paar Wochen später habe ich das Vorstellungsgespräch durchgeführt und die Stelle bekommen. Ich sollte Deutsch 1 und 2 an der Edwardsville High School unterrichten. 

in Berlin

Vor meinem Abschluss habe ich mich um ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst beworben. Überraschenderweise habe ich das Stipendium bekommen. Mit dem Stipendium habe ich einen Sommerkurs an der Humboldt Universität zu Berlin bezahlt. Meine Oma hat mir die Tickets nach Deutschland und zurück geschenkt. Ich musste nur für mein Essen bezahlen. 

In Berlin habe ich acht Stunden jeden Tag Deutsch gelernt. Dann habe ich mehr Deutsch außerhalb der Uni gelernt. Jeden Tag hatten wir Unterricht von neun bis zwölf. Nach unserer Mittagspause haben wir einen Rundgang gemacht, ein paar Sehenswürdigkeiten besichtigt oder sind ins Theater gegangen. Wir waren 33 Studenten aus 18 Ländern. Wir hatten sehr viel Spaß. Fast jede Nacht waren wir in einem Klub. Wir tanzten und spielten. 

Am ersten Wochenende hat mein Austauschpartner von unserer GAPP Reise mich in Berlin besucht. Er hat seine Freundin mitgebracht und sie hat eine Freundin in Berlin gefragt, ob sie uns ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen könnte. Wir sind am Samstag fast den ganzen Tag in Berlin herumgelaufen. Dann am Sonntag hat die Uni-Gruppe fast den ganzen Tag in der Nähe von einem See außerhalb der Stadt verbracht und mein Austauschpartner ist nach Hause gefahren. 

Am nächsten Wochenende habe ich ihn in seiner Stadt besucht. Es hat Spaß gemacht, seine ganze Familie und Freunde von der Schule wiederzusehen. Es hat einen Mittelaltermarkt in der Nähe gegeben. Den haben wir natürlich besucht. Es hat nicht so viel Spaß gemacht, denn es waren nicht so viele Stände offen und nicht sehr viele Menschen waren da. Ich musste ein Foto mit dem Eselmann machen. Dann sind wir weiter gefahren. 

Einer der Höhepunkte meiner ersten Reise nach Deutschland war ein Besuch bei der Wasserkuppe. 2009 habe ich sie noch einmal besucht. Auf diesem Berg gibt es sehr viel zu sehen und zu tun. Es gibt eine Sommerrodelbahn, einen Kletterwald und ein Fliegerdenkmal. Wenn du mehr über diese Gegend lernen möchtest, hat Rewboss ein hervorragendes Video darüber. Hier verlinkt.

Nach dieser Zeit mit meinem Gastbruder bin ich nach Hannover gereist. Dort habe ich die junge Frau, die einmal bei meinen Eltern gewohnt hat, getroffen. Wir haben ein paar Sehenswürdigkeiten gesehen und uns über die Zeit in den USA in Erinnerungen ergangen. 

an der Edwardsville High School

Ich bin noch zwei Wochen in Berlin geblieben. Danach bin ich wieder nach Amerika gereist und ein paar Monate später habe ich angefangen, Deutsch an der Edwardsville High School zu unterrichten. 

Seit 2009 unterrichte ich Deutsch 1 und 2 an dieser Schule. Seit 2011 mache ich Videos für diesen YouTube Kanal. Ich lerne immer noch Deutsch. Mein Deutsch ist nicht perfekt. Niemand spricht wirklich perfektes Deutsch. Ich spreche nicht einmal perfektes Englisch und ich spreche Englisch seit 1987. Ich hoffe, meine Geschichte inspiriert dich. Ich kann Deutsch lernen. Du kannst Deutsch lernen.